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Die Technische Volumenanalyse

Die Technische Volumenanalyse

Technische Volumenanalyse

Der Artikel zeigt Techniken für eine Volumenanalyse. Die Techniken sind speziell ausgewählt, um das Verständnis für die Kursbewegung unter dem aufgewendeten  Volumen hervorzuheben. Man könnte es auch als modernes  Tape Reading verstehen. Es wird bewusst auf die Verwendung von Indikatoren verzichtet, die einer speziellen zeitlichen Einstellung bedürfen. Der Rhythmus des Marktes unterliegt ständigen Schwankungen,  die sich nicht immer langsam vollziehen. Auch schnelle sprungartige Wechsel sind möglich. Genau in dieser Tatsache liegt die Schwäche der meisten zeitbasierten Indikatoren. Sie geben entweder zu schnell oder zu langsam ein Signal. Deshalb gibt es auch keine allgemeingültige, immer richtige Einstellung.

Die hier vorgestellten Indikatoren zeigen prinzipiell Marktveränderungen,   unabhängig   vom   Wellenrhythmus. Deshalb wird hier auf die Darstellung von beliebten Indikatoren verzichtet, wie zum Beispiel Money- Flow oder Force-Index. Mit den nachfolgenden Tools können Aktien oder Futures analysiert werden. Sie funktionieren auf
jeder Zeitbasis, sowohl intraday als auch auf Wochenbasis.

Vorteile einer Volumenanalyse
Das typische Chart-Bild mit Schlusskurs, Hoch, Tief und Eröff- nung enthält vier Variablen, die den Kursverlauf darstellen. Es zeigt jedoch nicht, wie der Kursverlauf entstanden ist. Waren viele Marktteilnehmer beteiligt und wie viel wurde gekauft beziehungsweise verkauft?
 

Betrachtet man zum Kursverlauf das Volumen, dann ver- vollständigt sich das Bild. Jeder, der sich den Chart-Verlauf von unbekannten Pennystocks angeschaut hat, der weiß, wie zufällig manche Verläufe geschehen. Wenn der Kurs- verlauf mit zu wenig Volumen geschieht, dann verliert jede Chart-Analyse an Aussagekraft. Charts mit wenig Volumen neigen zur Zufälligkeit.
Erst durch die fünfte Variable, das Volumen, wird eine Bestätigung des Kursverlaufs möglich. Für jede saubere Chart-Analyse wird also immer Volumen benötigt. Als gutes Beispiel kann man die Candlestick-Technik anführen. Die ein- fache Formation eines Hammers in einer Abwärtsbewegung ist ein potenzielles Umkehrsignal. Aber die Bedeutung eines Hammers mit relativ hohem Volumen steigert die Wirkung des Candle-Musters ungemein. Das ist dann ein „richtiger“ Hammer.
Das Wesen der Volumenanalyse ist die Betonung des Volumens, um einen Kursverlauf als stark oder schwach einzustufen. Der Preis wird bekanntlich über Angebot und Nachfrage geregelt. Die Volumenanalyse ist nichts anderes, als der Versuch, Angebot und Nachfrage zu prognostizieren. Der Preis ist der Wert des Volumens.
Im Allgemeinen gibt die Volumenanalyse Aufschluss über die Gesundheit eines Trends. Der Fokus liegt auf der richtigen Balance zwischen Preisbewegung und dem aufge- wendeten Volumen.
Der entscheidende Vorteil beim Hinzuziehen des Volu- mens kommt auch in der vorauseilenden Bedeutung des Volumens zum Tragen. Mithilfe des Volumens wird eine zusätzliche Prognosefähigkeit gewonnen. Jede bedeutende Umkehr eines Marktes ist über das Umsatzverhalten vorher erkennbar.

Die drei Arten der Volumenaktivität
1.    Steigendes  Volumen  unter  einem  ansteigenden  Preis mit zwischenzeitlichen Rücksetzern. Die Rücksetzer haben vermindertesVolumen.DiesisteingesunderAufwärtstrend (vice versa für den Abwärtstrend).
2.    Steigendes   Volumen   unter   einem   gleichbleibenden Preis. Der Markt hat ein distributives Verhalten. Eine mögliche Umkehr wird vorbereitet.
3.    Ein schwaches Volumen und ein müder Kursfortschritt. Ein geringes Angebot trifft auf eine geringe Nachfrage. Der Markt ist gekennzeichnet durch technische Fehlsignale und schnelle unbedeutende Umkehrmuster.

Grundprinzipien der Volumenanalyse
1.   Ein gesunder bullischer Trend zeigt besondere Merk- male. Er hat ein ansteigendes Volumen, kombiniert mit einem Ansteigen des Kurses. Dazwischen gibt es Rücksetzer, die mit vermindertem Volumen einhergehen. Genau so rhythmisch verhält sich der Markt, wenn der Trend gesund ist. Die Aussagen gelten natürlich auch für bärische Märkte, nur dass die Abwärtsbewegung das erhöhte Volumen mitführt.
2.  Eine plötzliche Volumenspitze deutet auf eine hohe emotionale Beteiligung der Marktteilnehmer hin. Die Volumenspitzen tragen das Umkehrpotenzial einer Bewegung in sich.
3.    Ein müder Preisfortschritt ohne Volumen indiziert einen Interessemangel der Marktteilnehmer. In einem solchen Fall kann es schnelle Umkehrbewegungen geben. Der Markt ist nur schwer prognostizierbarer benötigt neue Impulse für neue Marktteilnehmer.

Volumentrend
Das oberste Grundprinzip an jeder Börse ist, dass sich die Kurse entsprechend Angebot und Nachfrage bewegen. Bezogen auf das Volumen heißt das: Die Nachfrage steigt, indem mehr Volumen in die Aufwärtsbewegung kommt, und das Angebot steigt, wenn mehr Volumen in die Abwärtsbewegung kommt. Deshalb kann eine Grundregel aufgestellt werden: „Der Preis kann nicht weit laufen, ohne dass das Volumen die Richtung bestätigt.“ Für das Trading bleibt die Aussage von besonderer Bedeutung, da die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöht wird, wenn man ausschließlich in Rich- tung des Volumentrends handelt.
Innerhalb eines Trends gelingt das Brechen von Widerständen beziehungsweise Unterstützungen in Trendrichtung besonders leicht. Das ist ein Merkmal jedes Trendmarktes. Deshalb sollte vor jeder Prognose eine Trendbestimmung vorgenommen werden. Es geht hierbei um nichts anderes als die Erhöhung von Wahrscheinlichkeiten innerhalb von Handelssystemen.
Für die Bestimmung des Volumentrends eignen sich die Standardindikatoren sehr gut, da sie einen schnellen Überblick bieten. Zu nennen wäre zum Beispiel der On Balance Volume im Verhältnis zu einem Gleitenden Durchschnitt oder der Volume-Price-Trend-Indikator.
Wie  gut  ein  Trend  ausgeprägt  ist,  kann  anhand  von zwei Merkmalen untersucht werden. Zum einen sollte, im Beispiel eines Aufwärtstrends, die Aufwärtswelle Volumen mitführen und zum anderen die Abwärtswelle Volumen vermindern. Das kann man in aufwendiger Handarbeit am Chart selbst nachprüfen oder auch Hilfsmittel benutzen.
Es macht jetzt keinen Sinn, alle möglichen volumenbasierenden Indikatoren aufzuzählen, die eine Trendanalyse ermöglichen. Im Prinzip reicht ein einziger aussagekräftiger Indikator aus.
Von den bekannten Volumenindikatoren gibt es zwei Indikatoren, die herausragende Merkmale besitzen. Sie sind quasi spezialisiert für bestimmtes Volumenverhalten.
Das ist der Positive-Volume-Indikator (PVI) und der Negative-Volume-Indikator (NVI). Der PVI addiert das Volumen, wenn das aktuelle Volumen größer ist als das vorherige. Ist das Volumen kleiner als das vorherige, dann bleibt der Indikator auf seinem alten Niveau. Der PVI bestätigt also die volumenhaltige Welle.
Der NVI ist der Gegenspieler des PVI. Der NVI addiert nur   dann   das   Volumen,   wenn   das   aktuelle   Volumen kleiner ist als das vorherige. Der NVI bestätigt also die Konsolidierungswelle.
Diese beiden Spezialisten kann man auch miteinander kombinieren. Das ergibt dann einen erstklassigen Trendin- dikator, mit dem man auf einen Blick die Gesundheit des Trends ablesen kann.
In Bild1 sieht man die Allianz-Aktie im Wochen-Chart und den verwendeten Volumen-Trend-Indikator. Als informelles Beiwerk sind der PVI und NVI daruntergelegt.
Der hier vorgestellte Volumen-Trend-Indikator entsteht aus der Addition von NVI und PVI. Zusätzlich wurde ein wei- terer MA(34) als Trigger hinzugefügt.

Zum Vergleich wurden der PVI und der NVI als MA(5)
daruntergestellt.

Volumen-Trend-Indikator= NVI(5)+PVI(5) = rote Linie
Volumen-Trend-Indikator(34) = schwarze Linie

Die Einstellung des Indikators ist in diesem Fall zweitrangig, da keine direkten Signale verlangt werden, sondern nur die grobe Richtung betont werden soll. Die geglättete Einstellung des Indikators dient hier eher der optischen Gefälligkeit. Das Beispiel der Allianz-Aktie (Bild1) zeigt den Bruch des Aufwärtstrends zwischen Juli und Oktober 2007. Ein Bruch des Hochs, um neue Höhen zu erreichen, bedarf der Überschnei- dung des Volumen-Trend-Indikators zu seiner Triggerlinie.
Das Beispiel der Allianz-Aktie (Bild1) zeigt den Bruch des Aufwärtstrends zwischen Juli und Oktober 2007. Ein Bruch des Hochs, um neue Höhen zu erreichen, bedarf der Überschnei- dung des Volumen-Trend-Indikators zu seiner Triggerlinie.
Es geschieht sehr selten, dass ein sauberes Break über eine Widerstandslinie/Unterstützungslinie gelingt, ohne dass der Volumentrend nicht auch in diese Richtung zeigt. Es geschieht sehr selten, dass ein sauberes Break über eine Widerstandslinie/Unterstützungslinie gelingt, ohne dass der Volumentrend nicht auch in diese Richtung zeigt.

Allianz im Wochen-Chart mit Volumen-B1 Trend-Indikator

Die Allianz-Aktie unter Einfl uss der Volumenwellen   

Bedeutung der Volumenwellen
Die Volumenanalyse eignet sich vorzüglich für den kurzfristigen Trading-Zeitraum. Im Einzelnen können die Wellen und anschließend die Einzel-Candles analysiert werden. Betrachtet man die Wellen, so ist weniger ein einzelnes starkes Volumen interessant, sondern die Anhäufung von überdurchschnittlichen Volumen. Dies kann man anhand des Moving Average vom Volumen (VMA) untersuchen.
Das VMA sollte dabei schnell, aber nicht zittrig eingestellt werden. Als geeignet hat sich folgende Formel erwiesen:
VMA= EMA(EMA(V,3),3)
Im Prinzip ist jede kurzfristige Einstellung möglich, die
Ergebnisse ändern sich dadurch nicht.

Als Grundannahme gilt:
„Eine starke volumenangetriebene Welle führt zu einer zweiten nachfolgenden Bewegung in dieselbe Richtung.
Eine empirische Untersuchung des Dax-Futures auf Tagesbasis hat folgende Ergebnisse als Auswirkung einer Volumenwelle ergeben:

• Zeitraum: 6.2002 bis 12.2007
• Gesamtanzahl der Volumenwellen: 87
• Versager: 25 (29 Prozent)
• Falsebreak: 22 (25 Prozent)
• Break: 40 (46 Prozent)

Für die Untersuchung wurden folgende Definitionen festgelegt (Volumenwelle in Aufwärtsrichtung):

• Eine Volumenwelle ist eine Welle, die mindestens drei Volumen-Candles in die gleiche Richtung besitzt. Als Maßstab für erhöhtes Volumen dient der VMA.
• Ein Up Break ist geschafft, wenn nach 261 Prozent Fibonacci-Time-Extension der Kurs über der Widerstandslinie liegt. Die Fibonacci-Time-Extension basiert auf dem Start und dem Ende der erkannten Volumenwelle.
• Ein Falsebreak wird hier definiert, wenn der Kurs nach der Konsolidierung die Widerstandslinie wieder berührt, aber nach der 261 Prozent Fibonacci-Time-Extension unter der Widerstandslinie liegt.
• Ein Versager wird definiert als Kursbewegung, wo der Kurs weiter zurückfällt und zuerst den Beginn der Volumenwelle berührt. Eine Bewegung wird auch dann als Versager gezählt, wenn anschließend die Kurse in die gewünschte Richtung gehen.

Die  Regeln  gelten  selbstverständlich  in  ungekehrter Form für Volumenwellen in fallender Richtung. Die Wirkung der Volumenwelle ist erkennbar, wenn man bedenkt, dass nach der Konsolidierung zu 71 Prozent wieder die Widerstandslinie berührt wurde.
In Bild 2 ist ein Beispiel für die Volumenwellen aufge- führt. Es handelt sich um die Allianz-Aktie im Tages-Chart. Es zeigt die Volumenwellen und ihre Nachwirkungen. Im Chart sind insgesamt sieben Volumenwellen eingezeichnet. Nur die fünfte Welle Mitte November ist eine Abschlusswelle. Alle anderen führen nach der Konsolidierung wieder zum vergangenen Tief beziehungsweise darüber hinweg. Das bedeutet, dass eine Volumenwelle eine gewisse Vorhersage ermöglicht und somit handelbar ist.

Volumenspitzen
Volumenspitzen  sind  interessante  Untersuchungsobjekte. Auf der einen Seite zeigen sie das emotionale Engagement der Marktteilnehmer, und auf der anderen Seite führen sie häufig zu Umkehrbewegungen des Marktes. Volumenspitzen wirken wie Sicherheitsgurte im Auto. Zieht man mit sanfter Kraft am Gurt (normales Volumen) kann man ihn leicht verlängern. Ein Rucken am Gurt (analog zur Volumenspitze) führt zum Stopp der Bewegung.
Volumenspitzen führen jedoch nicht zwingend zur Umkehr des Marktes, sie erzeugen häufig nur eine Verschnaufpause. Die zukünftige Bewegung des Marktes wird nach der Volumenspitze durch neue Marktteilnehmer defi- niert. Es kommt darauf an, wie viele Käufer und Verkäufer anschließend in den Markt kommen.
Für die Einzelanalyse der Candles muss man genau die Candles heraussuchen, die ein überdurchschnittliches Volu- men und relativ geringen Kursfortschritt enthalten. Die Idealform wäre ein Doji mit viel Volumen. Diese Kombination der beiden Kriterien birgt immer Umkehrpotenzial in sich. Der übergeordnete Blick auf einen definierten Zeitraum mit der Analyse der volumenstarken Candles ergibt ein Indiz auf die Leichtigkeit der Bewegungen.
Die visuelle Darstellung der Volumenspitzen kann man in Bild 3 anhand der Allianz-Aktie erkennen.
Die Volumenspitzen beeinflussen den Chart-Verlauf und wirken als Summe. Über die Anzahl und die Lage der Volumenspitzen ist die Aktie in ihrem Momentum diagnostizierbar. Eine abgrenzbare Welle mit entsprechenden Unterwellen enthält meist nur zwei bis drei Volumenspitzen in dieselbe Richtung, bevor die Aktie beziehungsweise der Markt umkehrt.

Ord-Volumen
Einen sehr interessanten Ansatz, um die Kraft einer Bewe- gung zu messen, stammt von Tim Ord. Er unterteilt den Markt in Wellen und berechnet für jede Welle das aufgewendete Durchschnittsvolumen. Wenn also eine Welle zum Beispiel aus acht Candles besteht, dann addiert er das Volumen der Einzel-Candles und teilt es dann durch acht. Den ermittelten Durchschnittswert nennt er Ord-Volumen.
Ord-Volumen = Summe des Volumens einer Welle / Anzahl der Candles pro Welle
Das errechnete Ord-Volumen wird nun herangezogen, um die Wellen untereinander zu vergleichen. Mithilfe des Ord-Volumens lässt sich eine Aktie oder ein Markt in ein- zelne Segmente zerlegen. Die Kraft jeder Bewegung wird auf simple Art berechnet. Wie auch schon bei den oben beschriebenen Volumenwellen kommt der volumenstarken Welle eine besondere Bedeutung zu. Dort wo eine Welle eine Widerstands- beziehungsweise eine Unterstützungsli- nie findet, entsteht ein Ansatzpunkt für die anschließende Analyse. Diese Welle zur Linie ist der Vergleichsmaßstab. Die anschließende Konsolidierung erzeugt dann die Vergleichswerte. Tim Ord definiert ein Einstiegssignal, wenn eine Ver- minderung des Volumens um circa 50 Prozent vorliegt.
 
Die Allianz-Aktie unter dem Einfl uss der Volumespitzen

Abschwächung einer Aufwärtsbewegung (Bsp. Ord-Volumen)

Die Allianz-Aktie mit dem eingefügten Ord-Volumen  
 
Long-Signal auf Basis des Ord-Volumens

Long-Signal auf Basis des Ord-Volumens

Short-Signal auf Basis des O B8 rd-Volumens mit Falsebreak

Bild 4 stellt ein Beispiel dar, wie das Ord-Volumen gedeutet werden könnte. Die Interpretation eines Chart-Verlaufs ist relativ einfach. Die erste Welle mit dem Ord-Volumen von 2,2 ist der Maßstab für die nachfolgende Konsolidierung.  

Das errechnete Ord-Volumen wird nun herangezogen, um die Wellen untereinander zu vergleichen. Mithilfe des Ord-Volumens lässt sich eine Aktie oder ein Markt in ein- zelne Segmente zerlegen. Die Kraft jeder Bewegung wird auf simple Art berechnet. Wie auch schon bei den oben beschriebenen Volumenwellen kommt der volumenstarken Welle eine besondere Bedeutung zu. Dort wo eine Welle eine Widerstands- beziehungsweise eine Unterstützungsli- nie findet, entsteht ein Ansatzpunkt für die anschließende Analyse. Diese Welle zur Linie ist der Vergleichsmaßstab. Die anschließende Konsolidierung erzeugt dann die Vergleichs- werte. Tim Ord definiert ein Einstiegssignal, wenn eine Ver- minderung des Volumens um circa 50 Prozent vorliegt.bullische Konsolidierung, sollte der Wert unter 2,2 liegen. Es folgt eine Konsolidierung jedoch mit 3,5. Dieser Wert ist so hoch, dass er die 2,2 um 59 Prozent übersteigt. Ein starkes Warnsignal für die Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Die letzte Welle mit dem Ord-Volumen von 2,0 zeigt nochmals Schwäche. Eine zukünftige Umkehr ist zu erwarten.
Bild 5 zeigt exemplarisch die Analyse mit dem Ord- Volumen. Die Wellen der Allianz-Aktie sind im Zigzag-Chart eingezeichnet. Jeweils zugeordnet sind die Hoch- und Tief- punkte und das Ord-Volumen.

In Bild 5 kann man die Abwärtsbewegung seit Anfang Oktober  verfolgen.  Die  erste  Volumenwelle  erreicht  ein Ord-Volumen von 3,57. Die Korrektur mit 3,01 fällt etwas kleiner  aus.  Soweit  ist  die  Abwärtsbewegung  intakt  und man kann mit einer Folgewelle rechnen. Diese kommt dann auch gleich zum Novemberbeginn. Es entsteht eine weitere Volumenwelle mit 8,05, die hauptsächlich durch die starke Abwärts-Candle vom 9.11.2007 bestimmt wird. Man beachte hierzu die Volumenspitze. Daraufhin kommt eine kleine Auf- wärtsgegenbewegung mit einem Ord-Volumen von 5,69. Das ist ein erstes starkes Signal, dass die Abwärtsbewegung und damit der niedrige Preis neue Käufer anzieht. Die Aktie schafft dann trotzdem noch einmal ein neues Tief mit einem Ord-Volumen von 7,25. Im Prinzip ist dies eine starke Volumenwelle,  die  neues  Abwärtspotenzial  mitbringen  kann. Die Antwort zeigen die Bullen. Die nächste Aufwärtswelle beträgt 6,94. Dieser Wert ist so hoch, dass man dies nicht als Konsolidierungswelle der 7,25-Welle deuten darf. Der Markt ist vorerst gedreht.

Aus der Analyse der Wellen über das Ord-Volumen lassen sich auch Handelssignale kreieren.
Bild 6 zeigt das Grundprinzip für einen Long Entry im Markt. Die Welle mit dem 20er Ord-Volumen ist die Ausgangsbewegung. Das Top bildet die Widerstandslinie. Die nachfolgende Abwärtsbewegung sollte im Idealfall minde- stens eine 50 prozentige Volumenminderung besitzen. Nach der Zehnerwelle wird die Aufwärtsbewegung wieder fortgesetzt. Der Entry erfolgt, wenn ein Schlusskurs über dem Top der 20er-Welle geschafft wird.
Die überschreitende Candle sollte dabei mindestens soviel Volumen haben, wie die Candle, die das Top bildete bei der 20er-Welle. Das Bild 7 gibt Aufschluss über die Interpretation in einer komplexen Konsolidierung. Die 50 Prozent Volumenminderung muss nicht zwingend als direkte Nach- folgewelle der 20er-Ausgangswelle erscheinen.

Bild 7 zeigt, die 50-Prozent-Regel ist auch einsetzbar bei komplexen Konsolidierungen.
Mithilfe der Volumenanalyse lässt sich auch ein Fehlaus- bruch handeln.

In dem Beispiel von Bild 8 ist wieder die 20er- Welle der Ausgangspunkt. Nachfolgend kommt eine 16er- Welle, die nur 20 Prozent kleiner ist. Dann kommt die extrem schwache 10er-Aufwärtswelle, die sogar die Widerstandslinie des Tops kurzfristig bricht. Bei einem so schwachen Überschreiten ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass die Kurse wieder zurückfallen. Sollte dies geschehen, dann sollte der Entry bei einem Schlusskurs unterhalb der Widerstandslinie des vergangenen Tops liegen.
Bild 8 zeigt die Vorgehensweise bei einem Fehlausbruch.
 
Widerstands- und Unterstützungslinien auf Basis des Volumens (Market-Profile)
Moderne Chart-Programme bieten eine horizontale Dar- stellung des Preises mit dem aufgewendeten Volumen. Die Bezeichnungen variieren dazu. Zu nennen wären value-at- price oder auch Market-Profile. Die Idee ist dabei nicht neu. Vorreiter war Peter Steidlemayer, der eine Analyse auf diese Art professionell in den 80er Jahren ausgearbeitet hat.
Das Market-Profile ist kein Indikator im typischen Sinn, wo Kauf- und Verkaufsignale aufgezeigt werden. Dem Analysten wird eine Vorstellung gegeben, wo sich ein „fairer“ Preis befinden kann.
Der Chart zeigt nicht die gesamte Zeithistorie, sondern nur den Zeitabschnitt im Chart-Fenster. Somit ändert sich das Market-Profile auch mit der Verkleinerung/Vergröße- rung des Chart-Fensters. Es ist eine optische Aufbereitung von Kursen, Volumen und Zeit.
Der Beispiel-Chart in Bild 9 stellt Nokia mit einem „Market-Profile“ dar .
Das Market-Profile ist am linken Rand aufgetragen. Je spitzer die Form des Market-Profiles, desto stärker ist seine Wirkung  auf  die  Kurse.  Die  Stärke  als  Widerstands-  und Unterstützungsbereich nimmt mit der Spitze zu. Volumen  ist  auch  der  Schlüssel  zum Verständnis des Market-Profiles. Wenn der Preis sich vom Profilgipfel entfernt und das Volumen austrocknet, dann ist es wahrschein- lich, dass der Preis wieder zurückfedert. Im Bild ist erkenn- bar, wie die Kurse Anfang November und auch Dezember versuchen, nach oben zu entweichen. Das aufgewendete Volumen im Kursbereich von 28 Euro ist jedoch relativ schwach, so dass die Bemühungen in einem Zurückfallen enden. Die theoretische Deutung des Market-Profile soll Bild 10 verdeutlichen.
 
Theorie des Market-Profi le anhand zweier BeispieleBildung von Widerstands- und Unterstützungslinien

Fazit
Die vorgestellten Analyseinstrumente dürfen nicht als „Heiliger Gral“ verstanden werden. Wie bei fast allen Indikatoren bedarf es einer gewissen Übung bei der Interpretation.
Genauso wie der Tischler mit seinen Werkzeugen Übung benötigt, so benötigt jeder Analytiker Training mit seinen technischen Tools. Gegenüber den meisten anderen Indikatoren, die ein nachlaufendes Verhalten zeigen, erlauben die Volumenindikatoren eine vorausschauende Prognose.
Die Kurse steigen und fallen manchmal schneller, manchmal  langsamer.  Das  Volumen  ermöglicht  den  Blick  unter die „Oberfläche“. Wenn man die Börse mit einem Auto vergleicht, dann kann das Auto hinauf und hinunter fahren. Das Auto benötigt jedoch immer Kraftstoff für die Bewegung. Das Volumen kann mit dem Kraftstoff verglichen werden, der einen Motor antreibt. Wenn der Kraftstoff ausgeht, dann wird garantiert auch das Auto stehen bleiben. Man darf nie- mals vergessen, dass auch der beste Trader manchmal falsch liegt. Der beste Tipp, den man jedem Trader geben kann, ist das Denken in Szenarien. Was ist nach der Analyse das wahrscheinlichste Szenario und wie sollte man reagieren, wenn man falsch liegt? Die genaue Definition der Merkmale für die Möglichkeit, dass man sich irrt, ist vielleicht der Schlüssel zum Erfolg.

Christian Lukas

Christian Lukas ist Wirtschafts- und Maschinenbau-Ing. und beschäftigt sich seit 1998 mit der Börse. Die zentralen Themen sind dabei der private Eigenhandel mit dem DAX-Future und Bund-Future. Derivate werden ausschließlich über automatische Handelssysteme gehandelt. Innerhalb der Handelssysteme nimmt das Volumen eine bedeutende Stellung für die Signalgebung ein.
Kontakt: info@volumen-analyse.de

 

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